Dichte Funktional Theorie
Der exakte Hamiltonoperator für ein System von
Elektronen bzw. Teilchen lautet
Hierbei ist
der Operator der kinetischen Energie und
der Operator der
Coulomb-Abstossung der Elektronen. Das äussere Potential,
hervorgerufen z.B. durch Atomkerne,
wird durch den Operator
ausgedrückt. Zu lösen ist damit die
Vielteilchen-Schrödingergleichung
mit
als Vielteilchenwellenfunktion.
Eine Möglichkeit zur Behandlung dieses Problems stellt die
Dichtefunktionaltheorie [HK64,DG90] dar. Hierbei wird die Suche
nach einer Gesamtwellenfunktion ersetzt durch die
Suche nach einer Dichte, welche die Gesamtenergie minimiert.
Ausgangspunkt der Dichtefunktionaltheorie stellt das Theorem
von Hohenberg und Kohn (HK) dar. Das HK-Theorem besagt, es existiert ein
Funktional
der Dichte, so dass für einen nicht degenerierten
Grundzustand
und einem vorgegebenen äusseren Potential
die Grösse
für die Grundzustandsdichte
ein eindeutiges Minimum besitzt. Hierbei ist
das Funktional
definiert durch
Das Funktional
ist das Funktional der Gesamtenergie.
Das Gesamtenergiefunktional
der Dichte
wird folgendermassen aufgespalten:
Die Quantenzahl
bezeichnet den Spin der elektronischen Zustände, denen
eine entsprechende Spindichte entspricht.
Dann gilt für die Gesamtladungsdichte
und für die Magnetisierungsdichte
Das Funktional
ist das Funktional der kinetischen Energie
für ein nicht wechselwirkendes Elektronengas und
ist das Funktional der Coulombwechselwirkung und
beinhaltet die Wechsel- und
Selbstwechselwirkungsenergie aller Elektronen.
Dieser Term entspricht dem
direkten Term im Hartree-Fock-Verfahren [Gro].
Der Term
in Gleichung
(Gesamtenergiefunktional)
enthält
alle Austausch- und Korrelationsbeiträge. Weiterhin
enthält das Funktional
eine
Korrektur zur kinetischen Energie.
Der letzte Term in Gleichung
(Gesamtenergiefunktional)
ist das Funktional der Summe aus dem äusseren
Potential, hervorgerufen durch äussere Felder und dem Potential
der Kerne.
Im Gegensatz zum Hartree-Fock-Verfahren ist bei der
Dichtefunktionaltheorie
nicht die Gesamtwellenfunktion, sondern die Teilchendichte die zentrale
Grösse von der die Grundzustandseigenschaften
abhängig sind. Für die Valenzladungsdichte macht man den Ansatz
und stellt die Grundzustandswellenfunktion als eine Entwicklung
nach Slaterdeterminanten dieser Einteilchenwellenfunktionen dar:
Für Fermionen mit Spin
bezeichnet
die
üblichen Pauli-Spinoren:
bzw.
Die Besetzungszahlen
berücksichtigen die Fermistatistik und sind für die
Temperatur
Eins oder Null. Wenn man die Variation statt nach der Dichte
nach den Einteilchenwellenfunktionen
durchführt, also
berechnet,
erhält man die Kohn-Sham-Gleichung [KS65a]
für alle durch die Quantenzahlen
charakterisierten
besetzten Zustände,
wobei die Lagrangeparameter
die Normierung der Einteilchenwellenfunktionen
sicherstellen.