Die KKR-Basisfunktionen sind als Lösungen
der Einzentrenschrödingergleichung
im allgemeinen energieabhängig. Um diese
allgemeine Energieabhängigkeit
zu beseitigen, entwickelt Andersen [And75]
die energieabhängigen Basisfunktionen bis
zur ersten Ordnung in der Energie.
Hierzu ist die Einteilchenschrödigergleichung
in einer Kugel mit dem Radius
zu einer festen, aber zunächst nicht näher
bestimmten Energie
zu lösen, wobei die energieunabhängige Einteilchenwellenfunktion als
definiert ist. Die Entwicklungskoeffizienten der ersten Ordnung
in der Energie erhält man durch die Ableitung der
energieabhängigen Basisfunktionen nach der Energie:
kann numerisch durch Differentation oder alternativ durch Lösen der Gleichung
bestimmt werden.
und
sind linear unabhängig und spannen einen
zweidimensionalen Unterraum auf. Die Funktion
ist durch diese
Gleichung nicht eindeutig bestimmt und man orthogonalisiert somit
bezüglich
. Es gilt dann
Mit einer geeigneten Normierung gilt
Die logarithmische Ableitung am Kugelrand ist definiert als
und entsprechend
Nun kann man jede beliebige radiale Funktion
mit der logarithmischen Ableitung
nach
und
entwickeln.
Die Funktion
kann
durch den unabhängigen Satz
von Parametern ausgedrückt werden. Diese Parameter werden
vom Potential
in eindeutiger Weise spezifiziert und werden als
Potentialparameter bezeichnet. Die Eindeutigkeit folgt aus den Existenz-
und Eindeutigkeitssätzen der Differentialgleichungen, denn mit der
Anfangsbedingung am Kernort ist
und über die
Orthogonalitätsbedingung
eindeutig festgelegt.
Die volle winkelabhängige Funktion ist dann
mit
als abkürzende Schreibweise.
\end{sloppypar}
Die allgemeine, energieunabhängige Basisfunktion lautet damit
Die sogenannte Enveloppenfunktion
bestimmt den Typ des
linearen Bandstrukturverfahrens. Die Koeffenzienten
und
werden so bestimmt, da"s die Basisfunktion
an der Atomkugeloberfläche
stetig differenzierbar in die Enveloppenfunktion
übergeht, d.h. die logarithmische Ableitung im Kugelinneren mit der
Enveloppenfunktion
gleich ist.
Um die Einteilchenschrödingergleichung bzw. die Einteilchen-KS-Gleichung
zu lösen, entwickelt man die Einteilchenwellenfunktion
nach energieunabhängigen Basisfunktionen
.
Die Entwicklungskoeffizienten
und die Einteilchenenergieeigenwerte
mit dem Bandindex
erhält man, wenn man das
Gesamtenergiefunktional bezüglich der
Koeffizienten minimiert. Dies ist das Rayleigh-Ritz-Variationsprinzip,
das für die linearen Verfahren auf ein algebraisches Eigenwertproblem
führt, wobei die Hamiltonmatrix
und die überlappmatrix
auftreten. Für die Lösung des Eigenwertproblems existieren sehr effiziente
direkte, aber auch iterative numerische Verfahren.
Nach der Konstruktion der Basisfunktionen und Aufstellung der Hamiltonmatrix
und überlappmatrix besteht als nächste Aufgabe, die elektronische
Ladungsdichte zu bestimmen. Unter der Kenntnis der Entwicklungskoeffizienten
ist die Ladungsdichte
die Summe über alle besetzten Zustände.
ist die Fermienergie. Es ist
prinzipiell möglich, die Ladungsdichte mit Hilfe von Gleichung
(Ladungsdichte)
zu bestimmen. Im allgemeinen wird jedoch nicht die Einteilenwellenfunktionen,
sondern die Energieeigenwerte herangezogen. Das Rayleigh-Ritz-Verfahren
hat nämlich die Eigenschaft, da"s die Eigenwerte mit einer höheren
Genauigkeit bestimmt werden können als die Eigenfunktionen.
Damit ist der Selbstkonsistenzzyklus abgeschlossen, denn nun kann man aus der
Kenntnis der Gesamtladungsdichte
ein neues Potential insbesondere für
die Atomkugel
berechnen.